Gemessen an der Weltbevölkerung findet ein signifikanter Anstieg der Kurzsichtigkeit (Myopie) statt. Menschen mit dieser Fehlsichtigkeit sehen in der Ferne unscharf, jedoch in der Nähe recht gut, denn das Auge ist im Vergleich zu seiner Brechkraft zu lang. Immer mehr Kinder sind mittlerweile kurzsichtig und benötigen eine Brille.
Die Brille hat allerdings einen Nachteil: Sie hält das Voranschreiten einer Kurzsichtigkeit bei Kindern nicht auf, denn auch das Auge wächst mit und wird geprägt von ganz unterschiedlichen Faktoren:

1. Eltern, die kurzsichtig sind, haben häufig ebenso kurzsichtige Kinder. Jedoch rein genetisch ist hier nicht die alleinige Ursache zu finden. Kinder kopieren das Verhalten ihrer Eltern – so auch das Verhalten, wenn ihre Eltern zum Beispiel in der Nähe etwas lesen, basteln usw. Häufig nehmen kurzsichtige Menschen die Brille ab und führen das Lesegut recht nah heran. Dies kopieren allerdings die Kinder und somit entwickelt sich auch bei den Kindern eine Kurzsichtigkeit. Also sind die Sehgewohnheiten der Eltern maßgebend mitentscheidend, gleichzeitig aber auch Umweltfaktoren.

2. Heute findet auch im Kindes- und Jugendalter bedeutend mehr Freizeit in Räumen, am Schreibtisch, am Handy oder Computer etc. statt. Gleichzeitig ist die Bewegung an frischer Luft sehr häufig unzureichend. Das Auge passt sich ergo der kurzen Arbeitsentfernungen an und entwickelt somit im Verlauf des Wachstums eine Kurzsichtigkeit.

3. Oft liegt auch eine weitere Ursache in einer zu starken Korrektur, sodass es umso wichtiger ist, dass die Werte korrekt ermittelt werden. Ganz genauso sollte daran gedacht werden, dass, je früher sich eine Myopie entwickelt, diese im Verlauf dann auch deutlich stärker zunehmen kann.

4. Gerade bei Schulkindern, die in ihrer Freizeit sehr oft den Nachmittag und Abend am Schreibtisch verbringen, um diverse Hausarbeiten/Hausaufgaben zu erledigen, sollten dabei eine ausreichende Innenbeleuchtung haben. Auch sollte vermehrt darauf geachtet werden, dass die Kinder und Jugendlichen mindestens 2 Stunden täglich draußen im Freien verbringen. Der Grund liegt darin, dass erst durch ausreichendes Tageslicht genügend Dopamin produziert wird. Eine Reduktion dieses körpereigenen Stoffes führt dazu, dass das Auge in die Länge wächst.

Eine höhere Kurzsichtigkeit birgt Risiken in sich. Schließlich besteht ein größerer Risikofaktor für pathologische Erkrankungen der Netzhaut.

Prognosetool: www.myopiacare.org

Um frühzeitig dem entgegen zu wirken gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Kontaktlinsen
Es gibt verschiedene Varianten von Kontaktlinsen, die dem Kind Unterstützung bringen und das Voranschreiten der Kurzsichtigkeit eindämmen.

Seefree von der Firma Hecht
Hier werden so genannte Orthokeratologie Linsen angepasst, die dann ausschließlich nur über Nacht getragen werden. Dabei wird die Hornhaut in der Nacht über die Linse verformt. Tagsüber ist die Myopie dann ohne jegliche Hilfsmittel korrigiert. Es ist reversibel und eine der Methoden, mit der man die besten Ergebnisse erzielen kann.

MiSight von CooperVision
Eine spezielle Kontaktlinse mit abnehmender Stärke nach außen zum Rand der Linse verlangsamt mithilfe dieser erzeugten Progression das Voranschreiten der Myopie.
In jedem Falle beeinflussen beide Kontaktlinsenarten die Abbildung auf der Netzhaut. Denn aufgrund des Längenwachstums dehnt sich normalerweise das Auge und es entsteht dabei in der Peripherie der Netzhaut eine Hyperopie. Diese Hyperopie wird mithilfe der Kontaktlinsen deutlich besser korrigiert und das Wachstum des Auges in die Länge dadurch minimiert.

Brille
Eine weitere Möglichkeit ist die Verordnung von Brillen mit Nahunterstützung.

Atropin
Dieses Medikament wird als Therapie nur von einem Augenarzt verschrieben. Zu bedenken ist, Medikamente können unerwünschte Nebenwirkungen haben.